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Villa Matilde

”Statim allatae sunt amphorae vitreae diligenter gypsatae, quarum in cervicibus pittacia erant affixa cum hoc titulo: ‘Falernum Opimianum
annorum centum.’ (34,7) dum titulos perlegimus, complosit Trimalchio
manus et ”eheu’ inquit ‘ergo diutius vivit vinum quam homuncio. quare
tangomenas faciamus. vinum vita est. verum Opimianum praesto.”
“Sofort wurden sorgfältig vergipste Glasamphoren herbeigebracht, an
deren Hals Etikette mit folgender Aufschrift befestigt waren: ‚Falerner aus
dem Konsulatsjahr des Opimius, hundert Jahre alt.’ (7) während wir das
Etikett genau studierten, klatschte Trimalchio in die Hände und sagte:
“Oh je, da lebt der Wein also länger als ein Menschlein! Lasst uns also
lustig zechen! Wein bedeutet Leben! Ich tische echten Opimianer auf.”
Damit verbrieft uns Petronius in seinem “Satyricon” nicht nur die Güte des Falerner-Weins, sondern auch, dass er schon anno dazumal zu den antiksten und ruhmreichsten zählte.
Über einen langen Zeitraum blieb in der Geschichte der legendäre
Ruf dieses Spitzengewächses lebendig, das die erlesensten Speisen und
edle Tafelgenüsse auf der ganzen Welt begleitete, bis gegen Ende des
19. Jahrhunderts der dramatische Reblausbefall 95% der Weinberge verheerte. Damit verschwand plötzlich auch der mythische Falerner
von der Szene und es schien, er solle nur als eine in den Schriften der
lateinischen Klassiker verewigte Legende in Erinnerung bleiben. Doch
nach über fünfzigjähriger Vergessenheit konnte der antike Sprössling
des Ager Falernus seine Auferstehung feiern, dank unserem Vater
Francesco Paolo Avallone, der sich neben seiner Tätigkeit als
Rechtsanwalt mit Leidenschaft dem Studium der Romanistik und den Weinen der Antike widmete. Nachdem er nach langen und komplexen Forschungen im öno-archäologischen Feld die Charakteristiken der für die Produktion des antiken Weins kultivierten Rebsorten determinieren konnte, gelang es einem von ihm koordinierten Forscherteam der Fakultät für Landwirtschaft der Universität Neapel nach etwa zehn Jahre währenden Recherchen, zwanzig Rebstöcke mit authentischen sortentypischen Falerno-Qualitätsmerkmalen im originalen Habitat zu identifizieren. Die sukzessive langwierige und mühsame Vermehrung dieser Biotypen erlaubte die Gewinnung einer für die Bestockung neuer Falerno-Weinberge ausreichenden Anzahl von Rebstöcken, ein von unserem Unternehmen mit höchster Sorgfalt gehütetes Patrimonium, auf das wir stets zurückgreifen, wenn Edelreiser für Neubestockungen benötigt werden.
Demnach feiert im historischen Anbaugebiet an den Hängen des erloschenen
Vulkans Roccamonfina, nördlich von Caserta, einer der ältesten und berühmtesten Weine der Geschichte seine Renaissance, dank des Engagements und der Winzerpassion unserer Familie und in erster Linie unseres Vaters: Der Name und die Geschichte des von ihm in den sechziger Jahren gegründeten Unernehmens Villa Matildea sind, nach etwa einem Jahrhundert, untrennbar mit der Wiedergeburt des Falerno verknüpft.
In diesem geschichteträchtigen Landstrich, in dem wir uns mit
Leidenschaft und Stolz verwurzelt fühlen, bestätigt sich Villa Matilde
im Rahmen der italienischen und internationalen Weinszene als
Unternehmen von solidem Renommee, mit einem breitbandigen Angebot von Spitzengewächsen mit ausgeprägtem Terroircharakter.
Unsere auf die Balance zwischen Tradition und Innovation fokussierte
und auf Dynamismus und Recherchen basierende Produktionsphilosophie hat uns zu stets neuen Herausforderungen mit einem Projekt stimuliert, das nicht nur auf die Valorisierung antiker Nobelgewächse ausgerichtet ist, sondern uns bewogen hat, angesichts des Privilegs der Verfügbarkeit traditionsreicher Anbauzonen und hervorragender Rebsorten auch andere Gebiete Kampaniens mit pekuliären terroirtypischen Charakteristiken aufzuwerten.
Der Nachvollzug findet Ausdruck in der “Tenuta Rocca dei Leoni”,
im Kernstück der Provinz Benevento, mit einer hochinteressanten
Palette von Gewächsen - Aglianico del Sannio Beneventano, Falanghina del Sannio Beneventano und Terre Cerase - , sowie in den “Tenute di Altavilla” in der Provinz Avellino, mit ihren innerhalb den Produktionszonen für die DOCG-Appellationen Greco di Tufo und Fiano di Avellino situierten Weinbergen.


Tenute San Castrese und Parco Nuovo

Der in der Provinz Caserta gelegene Landwirtschaftsbetrieb gliedert sich
in zwei Produktionseinheiten: die Domänen Tenuta di S. Castrese und
Tenuta di Parco Nuovo mit insgesamt 110 Hektar Land, wovon der Großteil bestockt ist, während der Rest von Olivenhainen, Obstgärten und dem Park
eingenommen wird. Die ca. fünfundfünfzig Hektar der Tenuta di S. Castrese stehen fast ausschließlich unter Reben. In diesem Gebiet werden die roten
Rebsorten Aglianico, Piedirosso, Primitivo und Abbuoto sowie als einzige weiße Varietät Falanghina angebaut. Die Weinberge erstrecken sich in einer gegen das nur etwa zehn Kilometer entfernte Meer zulaufenden Skansion niedriger Hügel, die sich während der Eruptionen des nahe gelegenen
antiken Vulkans Roccamonfina bildeten. Die Böden bestehen aus Lapilli, Lavagestein, Schlackenprodukten, Aschen und einer partikulären, vor Ort als
‘Tassone’ bezeichneten, brüchigen Gesteinsart. Die Tenuta San Castrese ist von Gebirgszügen umkrönt, die die gesamte Zone vor Wind und Schlechtwetter schützen, und dadurch ein eigenständiges Terroir mit besonderem Mikroklima
darstellt. Die Ausrichtung (meist süd-südwestlich) der einzelnen Weinberge ist äußerst variabel, ebenso wie die Zusammensetzung der Böden je nach den vulkanischen Effusionsmodalitäten; die durchschnittlichen Höhenlagen
schwanken zwischen 140 - 180 M.ü.d.M. Die Tenuta del Parco Nuovo erstreckt sich unweit der tyrrhenischen Küste über 55 Hektar. Davon sind circa 21
bestockt, vorwiegend mit der für die Erzeugung des Passito Eleusi
bestimmten Falanghina-Rebe sowie mit autochthonen Varietäten für
Versuchszwecke, die in den Villa Matilde-Weinen der Zukunft Ausdruck finden werden. Die Böden in diesem Gebiet sind von sandiger Beschaffenheit mit reichhaltigen Anteilen von Eisen, Silikaten, Kalium und Phosphor.
Die mit 140 x 80 cm ausgesprochen eng konzipierten Pflanzpläne sind
ein Widerspiegel der einstigen Arbeitsbedingungen im Weinberg, als die Böden nur mit der Hacke, oder mit der Hilfe von Ochsen bearbeitet werden konnten. Derart enge Rebzeilen bedeuten sehr niedrige pro Stock-Erträge und eine starke Konzentration all jener Komponenten, die Weine von
erstklassiger Qualität charakterisieren. Alle Weinberge sind im Kataster der DOC-Appellation Falerno del Massico, beziehungsweise der IGT Roccamonfina registriert.

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